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Autor: HEIKE FEUCHTER | 03.08.2010
 

Vaterunser in Gebärdensprache

Dapfen.  Erneut war der an den Gemeindetag angelehnte Festgottesdienst in Dapfen für Gehörlose und Hörende eine Bereicherung für alle Teilnehmer.

 
Die Konfirmanden trugen das Glaubensbekenntnis in der Gebärdensprache vor. Foto: Heike Feuchter

Gehörlose Menschen aus verschiedenen Gemeinden der Württembergischen Landeskirche nahmen teil. Die Autokennzeichen aus Stuttgart, Ulm, Ludwigsburg oder sogar der Schweiz verdeutlichten, dass in der Martinskirche am Sonntag ein besonderer Gottesdienst stattfand. Denn das ist er auch stets für die Dapfener Kirchengemeinde, die sich in vielfältiger Form alljährlich an diesem Tag einbringt: Kinderkirchkinder, Konfirmanden und Miniclub wirkten neben Pfarrer Siegfried Kühnle und seiner Gattin mit, seitens der Gäste trugen Pfarrerin Karin Haag, Leiterin des Landesgehörlosenamtes, und der Gebärdenchor zum Gelingen des fröhlichen Gottesdienstes bei. Dass Hörende und Gehörlose zusammengehören und sich gegenseitig bereichern, verdeutlichte der Gottesdienst durch ein wohltuendes Miteinander und eine herzliche und ungezwungene Atmosphäre.

Die Feierstunde mit Elementen der Gehörlosen und Hörenden Gemeinde wurde in Lautsprache, kombiniert mit der Gebärdensprache abgehalten und musikalisch von Organist Jürgen Nagorny und dem beeindruckenden Gebärdenchor umrahmt: Ausdrucksstark in Mimik und Gestik brachten die Ausführenden die Liedinhalte vor, welche teilweise im Anschluss oder parallel von der hörenden Gemeinde gesungen wurden und so auch Verbundenheit im Lied zum Ausdruck brachten.

Nach der einleitenden Begrüßung, die Kühnle als Gehörlosenseelsorger des Kirchenbezirks simultan abhielt, übernahm Karin Haag die Dolmetscherrolle und faszinierte auch Hörende durch ihre emotionale und bildreiche Darstellungsweise: Empört, fragend, erleichtert, nachdenklich, dankbar, freudig oder erstaunt begleitete ihre Mimik die Gebärden und verlieh so den Gesten auch für Hörende eine enorme Gewichtung und Ausdruckskraft. Der Gottesdienst bildete zudem den schönen und heiteren Rahmen für die darin eingebettete Taufe: Kinderkirche und Miniclub begrüßten den kleinen Täufling Sophia und ihre Familie mit peppigen Bewegungs- und Mitmachliedern und vereinten so alle Besucher zu einer fröhlich tanzenden, wippenden, schnipsenden und klatschenden Feiergemeinde.

Die Konfirmanden trugen die Grundsätze der Heiligen Schrift zur Taufe vor und beeindruckten im weiteren Verlauf der Feier auch noch durch Vortrag des Vaterunser in Gebärdensprache. Die Taufe wurde durch einen Beitrag des Gebärdenchors bereichert, der Beifall der Gehörlosen - Winken mit beiden Händen - wurde als Zeichen der Gemeinschaft auch von vielen Hörenden übernommen. Die Miniclubkids als herzerfrischende Blumenbotschafter wuselten abschließend unbekümmert mit "Dankeschön-Rosen" durch die Kirche und verliehen dem Gottesdienst eine weitere heitere Note.

Der anschließende Gemeindetag brachte mit verschiedenen Aktionen und Angeboten deutlich zum Ausdruck, dass hier die gehörlosen Gäste herzlich willkommen sind und Gemeinschaft nicht nur geschrieben, sondern gelebt wird.

 
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